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27. Januar 2002
Lieber Otto,
na ... scheint langsam eng zu werden mit den ganzen V-Männern ... hoffentlich dreht man Dir daraus keinen Strick. Aber jetzt mal ehrlich! Dein Rücktrittsangebot an den Kanzler - ist das eigentlich ernst gemeint gewesen? - war doch eine etwas zu überzogene Reaktion. Du kannst doch nun wirklich nichts dafür, wenn Deine Mitarbeiter so schlampig recherchieren! Stell Dir doch nur mal vor, wer da vielleicht Deinen Platz als Innenministers einnehmen würde. Am Ende gar einer von den Deppen, die den ganzen Schlamassel eingerührt haben. Könntest Du diese furchtbare Zukunftsvision mit Deinem Verantwortungsgefühl für Deutschland vereinbaren? Also ich, lieber Otto, ICH könnte so etwas nicht!
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25. Januar 2002
Lieber Otto,
das mit dem NPD-Verbotsverfahren wird Dir sicher noch lange anhängen. Jetzt, wo das alles so kompliziert geworden ist, da setzt man Dir natürlich erst recht zu und Du gerätst zunehmend unter Druck. Aber ich möchte Dir hiermit zurufen: "Otto, lass Dich nicht unterkriegen - Deine Freunde vergessen Dich nicht so leicht - wir werden Dir zur Seite stehen - wenn nötig auch hinter den Mauern einer kalten, nassen Justizvollzugsanstalt. Das sind wir Dir schuldig. Aber warten wir es ersteinmal ab, es ist noch keiner so oft gestorben, wie er meuchlings ermordet wurde und woanders kotzt man auch nur Wasser. Also, Otto, immer schön die Pferde ruhig halten.
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23. Januar 2002
Lieber Otto,
es tut mir wirklich leid für Dich, dass Du momentan solche Schwierigkeiten hast. Das war aber auch ein blöder Vorfall mit diesem V-Mann. Aber wenn Dir Deine Mitarbeiter da nicht Bescheid geben, da kannst Du doch nichts dafür. Aber ein gutes hat die Sache doch .... der Edmund Stoiber der schimpft gar nicht so sehr und er fordert auch gar nicht Deinen Rücktritt. Wer weiss, vielleicht wird das ja doch noch was mit der Zusammenarbeit, falls der Herr Stoiber im September Kanzler werden sollte.
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22. Januar 2002
Lieber Otto,
gestern hätte ich beinahe verschlafen. Aber, Gott sei Dank, eben nur beinahe. Ich habe da immer schon etwas vorgesorgt, damit ein verspätetetes Auf-Arbeit-Kommen erst gar nicht vorkommen kann. Weisst Du, normalerweise muss ich gegen 7.30 Uhr aufstehen, damit ich noch in aller Ruhe aufwachen kann. Ca. 8.30 Uhr gehe ich dann immer zur Arbeit, länger als eine halbe Stunde brauche ich meistens nicht, eher sogar weniger. Nun ist es aber so, dass ich manchmal den Wecker, wenn er klingelt, einfach ausstelle und noch einmal einschlafe. Passiert ja jedem mal, da bin ich sicherlich kein Einzelfall.
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21. Januar 2002
Lieber Otto,
Montag - Wochenbeginn. Es bleibt nicht viel zum täglichen Arbeitsablauf zu sagen. Mit viel Interesse hingegen verfolge ich die täglichen Meldungen rund um den entfachten Kampf der Kanzler-Kandidaten. Ich hatte Dir ja scho geschrieben, dass ich persönlich für den Edmund Stoiber bin. Eine Zusammenarbeit zwischen Dir, Otto, und dem zur Zeit noch bayerischen Staatsmann könnte ich mir wirklich sehr gut vorstellen. Du, Otto, als die rechte Hand des Kanzlers - fast wie jetzt schon - aber dann, Otto, die rechte Hand!
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20. Januar 2002
Lieber Otto,
diesmal gleich die Zusammenfassung von 3 Tagen, ich wollte das Wochenende einfach vollends genießen und mich nicht von anderen Dingen ablenken lassen. Du wirst das ja sicher kennen. Da lässt man sich auf eine Sache ein und dann, schwupps und klacks und ein, zwei, drei - schon hat man den ganzen Tag für nichts anderes Zeit. Und eben diese Situation wollte ich gerne vermeiden. Zumindestens hatte ich es mir vorgenommen, als ich am Freitag gegen ca. 18.00 die Maus beiseite legte und die Arbeit Arbeit sein ließ. Und dieser Abend stand voll und ganz unter dem Zeichen der medialen Berieselung in Form von Fernsehen und Radio.
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17. Januar 2002
Lieber Otto,
kaum geht es einem gesundheitlich wieder ein klein wenig besser, da wird man auch schon wieder in vollem Umfang vom arbeitsreichen Alltag in Beschlag genommen. Ich hatte noch nicht einmal Zeit, Ihnen gestern zu schreiben, so dass ich mich erst heute wieder in der Lage sehe, Ihnen einen detaillierten Bericht über die letzten 48 (achtundvierzig) Stunden zu geben. Denn das Rad der Geschichte dreht sich ständig und unerbittlich weiter. Wir können es weder festhalten noch dürfen wir es zurückdrehen. Wenn man diese Tatsache, Herr Schily, erst einmal akzeptiert hat, dann geht man doch gleich viel beruhigter seinen Weg, meinen Sie nicht auch?
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15. Januar 2002
Sehr geehrter Herr Schily!
glücklicherweise ging es mir am Dienstag Morgen gesundheitlich schon etwas besser, so dass ich ohne Sorge auf Arbeit gehen konnte. Ich wollte auf keinen Fall unschuldige, ahnungslose Personen mit meiner Erkältung anstecken, denn das hätte unter Umständen dazu geführt, dass unzählige Menschen krankheitsbedingt dem täglichen Produktionsprozess fernbleiben würden. Zur Sicherheit - und das werden Sie mir bestimmt hoch anrechnen - nahm ich noch zwei (2) Tabletten Paracetamol 500 ein, um auch die letzten virulenten Keime in meinem Körper endgültig zu auszurotten.
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14. Januar 2002
Sehr geehrter Herr Schily!
den Sonntag wollen wir mal lieber überspringen, denn da hab ich wirklich fast die ganze Zeit gefaulenzt. Muss ja aber auch mal sein, nicht wahr. Das habe ich mir wirklich verdient, dachte ich mir. So den ganzen Tag auf der Couch zu liegen, fernsehen, ab und zu etwas leckeres zum Essen ... da lernt man doch die westliche Zivilisation zu schätzen und zu lieben. Da ist man doch dann wieder froh, nicht irgendwo anders auf der Welt zu leben, wo vielleicht gerade irgendwelche Unruhen herrschen - nein, Herr Schily, mein Europa, das habe ich lieb gewonnen. Und auch an den Euro gewöhne ich mich langsam, langsam, Herr Schily, aber sicher! Und das ist es doch, was Sie immer gewollt haben, stimmt´s?
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12. Januar 2002
Sehr geehrter Herr Schily!
"Endlich Wochenende!" Mit diesem Satz der Zufriedenheit, wie ihn nur ein Mensch ausrufen kann, der mit sich selbst im Reinen ist und sich nichts vorzuwerfen hat, begann ich den Sonnabend Morgen, als ich ungefähr 9.30 Uhr aufstand. Die obligatorische Runde mit dem Hund (ca. 45 min) genoss ich noch viel mehr als sonst, zu dem das Wetter uns keinen Strich durch die Rechnung machte. Leichte, weisse Schneeflocken tanzten verliebt vom Himmel zur Erde und bedeckten das gefrorene Erdreich. Der Feldweg war noch sehr glatt und alles fühlte sich so herrlich nach einem wunderschönen Wintermorgen an, der geradezu dafür geschaffen schien, um warm eingekuschelt endlich die schon lange überfällige Autowäsche im Freien nachzuholen.
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11. Januar 2002
Sehr geehrter Herr Schily,
der Freitag war nach der anstrengenden Woche so ganz nach meinem Geschmack. Zwar war keineswegs weniger Arbeit zu erledigen, aber allein die Vorfreude auf ein enstpannendes Wochenende ließ mich schon früh - so 6.35 Uhr - austehen. Beschwingt und fröhlich erledigte ich rasch die übliche Morgentoilette - achten Sie eigentlich bei Zahnpasta mehr auf die Pflege des Zahnfleisches oder gehen Sie da lieber hart gegen Karies vor? Ich bevorzuge da meistens die All-in-One-Lösung. Wahrscheinlich lasse ich mich da auch viel zu sehr verleiten. Weiße Zahnpasta, rote Streifen und blaue, glitzernede, glänzende Sternchen - so muss für mich eine Zahnpasta sein. Da wird dann schon alles drin sein, was man für die Mundhygiene so benötigt. Ach, Herr Schily, manchmal ist man ja so einfach zufrienden zu stellen, nicht wahr?
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